Wenn die Waschmaschine lärmt

 

Die Benutzung von Waschmaschinen im Wohnbereich ist weit verbreitet, möchte man doch nur ungern in den gemeinsamen Waschraum im Keller gehen. Was auf den ersten Blick selbstverständlich erscheinen mag muss manchmal mühsam erstritten werden.

Es gibt inzwischen mehrere Urteile die bestätigen, dass die Benutzung von Waschmaschinen und Trockner innerhalb von Wohnungen vom Vermieter nicht untersagt werden darf. Das mag juristisch richtig sein, hat jedoch neben der Bequemlichkeit durch den kurzen Weg zur Waschmaschine auch weitreichende Konsequenzen für die Nachbarn. Die Geräusche von Waschmaschinen werden typischerweise in den angrenzenden Nachbarwohnungen wahrgenommen. Nicht besonders laut, aber mitunter nervig und durchaus störend führen die Geräusche oftmals zu Beschwerden der Nachbarn. Hierzu gibt es Gerichtsentscheidungen die bestätigen, dass diese Geräusche als so genannter sozial adäquater Lärm hinzunehmen ist. Auch dies mag juristisch richtig sein, dennoch ist die Betrachtung der schalltechnischen Hintergründe interessant. Die konzentrierte Aufstellung von Waschmaschinen und Wäschetrocknern in einem Gemeinschaftswaschraum bietet die Möglichkeit durch gezielte bauliche Maßnahmen den Lärm im Waschraum zu belassen. Alle Wohnungen im Gebäude bleiben zumindest von diesen Geräuschen verschont, bei richtiger Dimensionierung auch die direkt oberhalb gelegene Wohnung. Verteilt man die Waschmaschinen und Wäschetrockner auf alle Wohnungen im Gebäude verteilt sich auch der Lärm von den Maschinen gleichmäßig und alle Bewohner sind abhängig von den Grundrisssituationen mehr oder weniger betroffen.

Meist liegen die Geräusche innerhalb zulässiger Grenzen, das hilft jedoch den Betroffenen insbesondere in den ruhigeren Abendstunden wenig. Da besondere bauliche Maßnahmen im Wohnbereich weder üblich, noch mit akzeptablem Aufwand durchführbar sind ist hier wenig Abhilfe zu erwarten. Letztlich kann nur empfohlen werden, rechtzeitig die Problematik zu erkennen und dann zu entscheiden, ob kurze Wege zur Waschmaschine im eigenen Wohnbereich oder mehr Ruhe (zumindest vor Waschmaschinen) in den Abendstunden die höhere Wohnqualität bedeuten. Das kann individuell sehr unterschiedlich sein, deshalb ist hier eine allgemeingültige Empfehlung kaum möglich.

 

 

Bauakustik - Raumakustik

 

Die Probleme der Bauakustik und der Raumakustik werden häufig miteinander verwechselt.
Die Bauakustik (häufig auch allgemein Schallschutz genannt) beschäftigt sich mit den Problemen der Schallübertragung zwischen Räumen. Dies kann die Schallübertragung zwischen Wohn- oder Büroräumen, also gleichwertigen schützenswerten Räumen, aber auch zwischen technischen oder gewerblichen Räumen und schützenswerten Räumen sein. In Abhängigkeit der Art der betroffenen Räume werden unterschiedliche Anforderungen an den Schallschutz zwischen diesen Räumen gestellt. Ziel ist es eine gegenseitige Störung zwischen den betroffenen Räumen zu reduzieren, vollständig verhindern kann man sie meist nicht.


Die Raumakustik beschäftigt sich mit der Schallverteilung und der Schalldämpfung innerhalb eines Raumes. Durch die geeignete Wahl von Materialien für die Oberflächen eines Raumes (Boden, Wände, Decke, Einrichtungsgegenstände) lässt sich die gewünschte Schallverteilung und der gewünschte Höreindruck eines Raumes planen. Besonders wichtig ist dies bei allen Räumen, in denen Sprache oder Musik vor Publikum dargeboten wird. Aber auch in Besprechungsräumen und Büroräumen ist die richtige Raumakustik wichtig.


Durch raumakustische Maßnahmen lassen sich Neben- und Störgeräusche auch reduzieren, dies kann durch gezielte Maßnahmen am Entstehungsort (z.B. in einer Technikzentrale) aber auch im zu schützenden Raum geschehen. Hier kann also auch durch raumakustische Maßnahmen auch der Schallschutz verbessert werden, deshalb werden bauakustische und raumakustische Maßnahmen häufig verwechselt.

 

 

 

Geklebte Gipskarton-Vorsatzschalen

Häufig werden 'Gipskarton-Vorsatzschalen' nur punktweise mit Mörtel oder Kleber befestigt. Hierbei findet man beispielsweise die folgenden beiden Ausführungen:

a) Gipskartonplatten als so genannter Trockenputz direkt ohne Dämmschicht
b) Gipskartonplatten mit fest aufkaschierter Dämmschicht (mineralischer Faserdämmstoff oder Polystyrol)

werden jeweils an einer massiven Wand befestigt.

In beiden Fällen, insbesondere jedoch im Fall a) können sehr ungünstige Resonanzen entstehen, die sich auf die Luftschalldämmung sehr ungünstig auswirken. Hierdurch kann sich die Luftschalldämmung in ungünstigen Fällen um bis zu 8 dB verschlechtern, so dass beispielsweise die Anforderung an die Luftschalldämmung von Wohnungstrennwänden nicht eingehalten wird.

Derartige Wandkonstruktionen können sich aber auch auf die Übertragung von Installationsgeräuschen ungünstig auswirken.

Die Ursache liegt an den Resonanzfrequenzen die sich aufgrund des mehrschaligen Wandaufbaus (massive Wand + Zwischenraum + Gipskartonplatten) mit relativ steifen Dämmschichten in dem schalltechnisch sehr maßgeblichen Frequenzbereich befinden. Im Bereich der Resonanzfrequenzen ist die Dämmwirkung nicht vorhanden bzw. sogar negativ, wodurch sich die Schalldämmung stark verschlechtert.

Bei schalltechnisch richtiger Dimensionierung und Montage der Vorsatzschalen können sehr gute Verbesserungen der Schalldämmung erreicht werden und werden auch in Sanierungsfällen häufig mit Erfolg eingesetzt.

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