Bach im Wald

Waldesrauschen, Bachgemurmel, Vögelgezwitscher…  und kein von Menschen verursachtes Technik-Geräusch, das sich unangenehm in den Vordergrund schiebt, wie z.B. Autolärm, Fluglärm oder Gewerbelärm. Wo findet man das noch?
In den letzten Jahren hat die „Flächenverlärmung“ spürbar zugenommen. Das liegt einerseits an der Zunahme der Verkehrsgeräusche. Doch nicht nur die bestehenden Trassen des Landverkehrs (Straße/Schiene) sind stärker belastet, auch die Anzahl der Flugbewegungen hat deutlich zugenommen. Diese Zunahme betrifft nicht nur die Verkehrsfluglinien, sondern auch im privaten Bereich die Sport- und Freizeitflieger. Letztere sind nicht an festgelegte Flugwege gebunden, was zur flächendeckenden Verlärmung besonders der landschaftlich attraktiven Bereiche führt.
Ein weiterer Faktor: Die Gesetzgebung in Deutschland kennt Richtwerte, Grenzwerte und Orientierungswerte für Lärmimmissionen. Alle diese Werte stellen – für jede Lärmart (Verkehr, Sport/Freizeit, Gewerbe) einzeln – Höchstgrenzen für die Belastung der Bevölkerung dar. Langfristig ist davon auszugehen, dass die Genehmigungspraxis flächendeckend zur Ausschöpfung dieser „Grenzwerte“ führt. Eine Bewertung des Gesamtlärms fehlt hierbei ebenso, wie der Schutz ruhiger Zonen, in denen bisher die Richtwerte oder Grenzwerte weit unterschritten werden und die wichtig sind für die Erholung der Bevölkerung. Einen ersten Ansatz in diese Richtung enthält die Europäische Umgebungslärmrichtlinie, die für Ballungsräume eine Lärmkartierung mit Ausarbeitung von Aktionsplänen vorschreibt. Man darf gespannt sein, ob und wie weit die guten Ansätze dieser Richtlinie bei ihrer Umsetzung in deutsches Recht tatsächlich zum Schutz bisher nicht verlärmter Gebiete führt.
Ein weiterer Lärmfaktor ist das individuelle Verhalten der Menschen. Hier spielen die Funkmedien eine unrühmliche Rolle, die den Zeitgeist in dieser Richtung noch verstärken. So hat z.B. ein Radiosender jahrelang mit dem Slogan „Es geht lauter!“ für seine meist von Autofahrern konsumierten Sendungen geworben. Subjektiv wahrzunehmen ist die gestiegene Anzahl von meist jugendlichen Kfz-Benutzern, die mit herabgelassenen Scheiben als „Straßendisko“ durch die Lande fahren und jeden Anwohner schon von weitem mit besonders basshaltigen Techno-Rhythmen aufschrecken. Hier hilft nur Aufklärung und ständiges Einfordern der notwendigen gegenseitigen Rücksichtnahme.