Schallschutz von Wärmedämm-Verbundsystemen
 

Um die immer strengeren energetischen Anforderungen an Gebäude zu erfüllen, sind hoch effiziente wärmedämmende Gebäudehüllen erforderlich. Eine weit verbreitete Bauweise stellen dabei Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) dar. Dabei werden Dämmstoffe an der Außenwand befestigt und mit einer Putzschicht versehen. Aus schalltechnischer Sicht verhalten sich derartige Wandaufbauten wie ein Masse-Feder-System. Wärmedämm-Verbundsysteme beeinflussen daher die akustischen Eigenschaften der Grundwand.
 
Je nach Wandaufbau, Dämmstoff und Putzmaterial lässt sich häufig eine Verbesserung der Schalldämmung erzielen. Durch ungünstige Randbedingungen bzw. Materialkombinationen ist jedoch auch eine deutliche Verschlechterung der Schalldämmung möglich. In dem Forschungsbericht IBP-Bericht B-BA 1/2014 „Schallschutz bei Wärmedämm-Verbundsystemen“ aus dem Jahr 2015 wird für übliche Systeme bezogen auf das bewertete Schalldämm-Maß eine Streubreite von etwa -10 dB ≤ ΔRw ≤ +20 dB angegeben. Es ist daher ratsam die schalltechnischen Auswirkungen von Wärmedämm-Verbundsystemen generell zu überprüfen und bei der Planung entsprechend zu berücksichtigen.

 

Wohnen am Ring

 

Als Verkehrsraum unverzichtbar, als Wohnraum problematisch - die Hauptverkehrsader München der Mittlere Ring

Mit bis zu 150.000 Kraftfahrzeugen pro Tag zählt der Mittlere Ring zu den stärksten befahrenen Straßen Münchens.

Gemäß DIN 18005-1:2002-07 ist daher von einem Beurteilungspegel tagsüber (6:00 – 22:00 Uhr) von 80 dB(A) für ein Gebäude im Abstand von 30 Metern zum Mittleren Ring auszugehen.

Hinzu kommt der Lärm aus Industrie- und Gewerbeanlagen. Ohne Geschwindigkeitsbegrenzungen und bauliche Lärmschutzmaßnahmen wie Tunnel und Lärmschutzwände wäre an ein Wohnen am Ring gar nicht zu denken.

Nicht selten werden die Immissionsrichtwerte der TA Lärm für Immissionsorte außerhalb von Gebäuden in urbanen Gebieten von 63 dB(A) tags und 45 dB(A) nachts überschritten.

Um die Wohnqualität über baurechtlich unverzichtbare Auflagen hinaus (z.B. Festsetzungen im B-Plan, Auflagen der DIN 4109, etc.) zu verbessern, sind meist kostenintensive Lärmschutzmaßnahmen erforderlich.

Die Landeshauptstadt München will daher seit 2001 Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohngebäuden unmittelbar am Mittleren Ring durch ein Zuschussprogramm einen Anstoß für wünschenswerte Maßnahmen geben.

Beispiele für zuschussfähige Lärmschutzmaßnahmen:

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Kastenfenster

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Schiebeläden

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Verglasung von bestehenden Balkonen und Loggien

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Neue, vorgesetzte Lärmschutzfassaden

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Neue Erschließungsformen, z.B. vorgesetzter Laubengang

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Umorganisation bestehender Grundrisse


Neben einer bestehenden Wohnqualität, der Einhaltung bauphysikalischer Kriterien ist es ebenfalls eine Voraussetzung Mindestanforderungen der Schalldämm-Maße nach 24. BImSchV im Bestand durch die geplante Schallschutzmaßnahme nachweisbar zu erreichen.

Bisher wurden Eigentümer von etwa 2000 Wohnungen für Aufwendungen in beruhigten Schlaf- und Wohnräumen für Schallschutzmaßnahmen bezuschusst.

Wohnen am Ring: Förderrichtlinien

Planungsansätze und realisierte Wohnungsbauvorhaben

 

Musik beim Autofahren

 

Ohne Musik wäre das Leben ein Irrtum. Unbedingt. Da liegt es nahe, sich auch beim Autofahren die Zeit entsprechend zu versüßen. Gerne auch laut. Doch wie doll dürfen die Bässe wummern und die Gitarren jaulen bevor eine Strafe droht? Wenn sie denn droht.

Ob Rap, Pop, Rock, Techno, Schlager oder Oper. Auch im Straßenverkehr sind nahezu alle Musikgenres vertreten. Denn ob jung oder alt, beim Autofahren wird die Anlage gerne voll aufgedreht. Und oftmals die Musik noch durch herzhaftes Mitsingen verstärkt. Für jene, die nicht im Rausch der Töne sind, stellt sich in der einen oder anderen Situation die Frage: Wie laut darf die Musik im Auto denn sein? Dabei geht es hier nicht primär um die Belästigung von Passanten und anderen Verkehrsteilnehmern, sondern um die Gefahrenvermeidung.

Tatsächlich sieht die Straßenverkehrsordnung eine konkrete Dezibelgrenze nicht vor. Im Regelwerk heißt es nur, dass das Hörvermögen des Fahrers während der Fahrt nicht beeinträchtigt sein darf, der Fahrer also von der Lautstärke der Musik nicht abgelenkt sein darf. Ist die Polizei der Meinung, dies sei der Fall, droht ein Bußgeld von 10 Euro. Wer gar ein Fahrzeug von Polizei, Feuerwehr oder Rettungsdienst im Einsatz auf diese Weise überhört und demzufolge nicht unverzüglich Platz macht, kann mit 20 Euro zur Kasse gebeten werden.

Im Übrigen ist selbst das Fahren mit Kopfhörern nicht verboten. Aber eben auch hier nur so laut, dass das Hörvermögen nicht beeinträchtigt wird.

Kommt es wegen der eingeschränkten Wahrnehmung zu einem Unfall, droht eine Teilschuld - ungeachtet dessen, wer für die Kollision verantwortlich war. Zudem kann sich auch die Haftpflicht- oder Kaskoversicherung wegen grober Fahrlässigkeit verweigern - beziehungsweise die an den Unfallgegner geleisteten Zahlungen vom Musikliebhaber zurückfordern.

Allzu lauter Musikgenuss während des Fahrens sollte also schon wegen des eigenen Sicherheitsbedürfnisses vermieden werden. Nicht zuletzt deshalb, weil die Beurteilung dessen, was zu laut ist, im Ermessen von Polizei und Gerichten liegt.

Wer nun meint, dass zumindest beim Parken die Anlage im Wagen voll aufgedreht werden kann, irrt. An dieser Stelle droht ein Verwarnungsgeld von 10 Euro - wegen Lärmbelästigung.

 

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