LKW-Stellplätze in Wohngebieten

 

 

In Zeiten knapper Arbeitsplätze und großer Sparzwänge hat sich ein Mittel zur Personalkosteneinsparung breit gemacht - die Überführung von Angestellten in die (Schein)-selbständigkeit. Besonders auffällig ist dieser Trend im Bereich der Logistikunternehmen. Wo früher ein Kraftfahrer bei einem Unternehmen angestellt war, ist er heute oft mit selbst angemieteten Lkw sein eigener Unternehmer - und fährt häufig die gleichen Routen im Unterauftrag für seinen ehemaligen Chef.
Bisher von gesetzgeberischer Seite wenig beachtet sind die Auswirkungen auf den Immissionsschutz. Hatte der betreffende Lkw früher seinen Standplatz im Lkw-Hof des Logistik-Unternehmens, steht er heute, wenn er nicht unterwegs ist, meist geparkt auf öffentlichen Verkehrswegen. Besonders an Sonn- und Feiertagen trifft man in Dörfern und Wohngebieten oft in unmittelbarer Nähe von Wohnungen geparkte 40-Tonner an. Aus schallschutztechnischer Sicht ist es hierbei problematisch, dass diese Fahrzeuge zumeist irgendwann in der Nachtzeit, also nach 22.00 Uhr, nach Ende des sonntäglichen Fahrverbotes auf die Strecke gehen - für die Anwohner eine erhebliche Störung der Nachtruhe.
Eigentlich müsste der regelmäßige Wochenend-Parkplatz eines Lkw analog zu einem Betriebsgrundstück beurteilt werden, d.h. alle Fahr-, Park- und Ladevorgänge wären als Gewerbelärm gemäß TA Lärm (Sechste Allgemeine Verwaltungsvorschrift zum Bundes-Immissionsschutzgesetz) an Hand der dort vorgegebenen Immissionsrichtwerte und zulässigen Maximalpegel tags und nachts zu beurteilen. Andererseits kann normales Parken eines Lkw im öffentlichen Verkehrsraum nicht generell verboten werden. Es kommt also auf die Beurteilung des Einzelfalles an.
Als Kriterium, dass die Zulässigkeit der Nutzung des öffentlichen Verkehrsraumes zum Parken überschritten wird, gilt derzeit beispielsweise die Ausführung von größeren Reparaturarbeiten, Durchführung von Ladetätigkeiten und das Laufenlassen geräuschintensiver Standheizungen oder Kühlaggregate.

 

Schallschutz von Wärmedämm-Verbundsystemen
 

Um die immer strengeren energetischen Anforderungen an Gebäude zu erfüllen, sind hoch effiziente wärmedämmende Gebäudehüllen erforderlich. Eine weit verbreitete Bauweise stellen dabei Wärmedämm-Verbundsysteme (WDVS) dar. Dabei werden Dämmstoffe an der Außenwand befestigt und mit einer Putzschicht versehen. Aus schalltechnischer Sicht verhalten sich derartige Wandaufbauten wie ein Masse-Feder-System. Wärmedämm-Verbundsysteme beeinflussen daher die akustischen Eigenschaften der Grundwand.
 
Je nach Wandaufbau, Dämmstoff und Putzmaterial lässt sich häufig eine Verbesserung der Schalldämmung erzielen. Durch ungünstige Randbedingungen bzw. Materialkombinationen ist jedoch auch eine deutliche Verschlechterung der Schalldämmung möglich. In dem Forschungsbericht IBP-Bericht B-BA 1/2014 „Schallschutz bei Wärmedämm-Verbundsystemen“ aus dem Jahr 2015 wird für übliche Systeme bezogen auf das bewertete Schalldämm-Maß eine Streubreite von etwa -10 dB ≤ ΔRw ≤ +20 dB angegeben. Es ist daher ratsam die schalltechnischen Auswirkungen von Wärmedämm-Verbundsystemen generell zu überprüfen und bei der Planung entsprechend zu berücksichtigen.

 

Wohnen am Ring

 

Als Verkehrsraum unverzichtbar, als Wohnraum problematisch - die Hauptverkehrsader München der Mittlere Ring

Mit bis zu 150.000 Kraftfahrzeugen pro Tag zählt der Mittlere Ring zu den stärksten befahrenen Straßen Münchens.

Gemäß DIN 18005-1:2002-07 ist daher von einem Beurteilungspegel tagsüber (6:00 – 22:00 Uhr) von 80 dB(A) für ein Gebäude im Abstand von 30 Metern zum Mittleren Ring auszugehen.

Hinzu kommt der Lärm aus Industrie- und Gewerbeanlagen. Ohne Geschwindigkeitsbegrenzungen und bauliche Lärmschutzmaßnahmen wie Tunnel und Lärmschutzwände wäre an ein Wohnen am Ring gar nicht zu denken.

Nicht selten werden die Immissionsrichtwerte der TA Lärm für Immissionsorte außerhalb von Gebäuden in urbanen Gebieten von 63 dB(A) tags und 45 dB(A) nachts überschritten.

Um die Wohnqualität über baurechtlich unverzichtbare Auflagen hinaus (z.B. Festsetzungen im B-Plan, Auflagen der DIN 4109, etc.) zu verbessern, sind meist kostenintensive Lärmschutzmaßnahmen erforderlich.

Die Landeshauptstadt München will daher seit 2001 Eigentümerinnen und Eigentümer von Wohngebäuden unmittelbar am Mittleren Ring durch ein Zuschussprogramm einen Anstoß für wünschenswerte Maßnahmen geben.

Beispiele für zuschussfähige Lärmschutzmaßnahmen:

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Kastenfenster

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Schiebeläden

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Verglasung von bestehenden Balkonen und Loggien

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Neue, vorgesetzte Lärmschutzfassaden

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Neue Erschließungsformen, z.B. vorgesetzter Laubengang

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Umorganisation bestehender Grundrisse


Neben einer bestehenden Wohnqualität, der Einhaltung bauphysikalischer Kriterien ist es ebenfalls eine Voraussetzung Mindestanforderungen der Schalldämm-Maße nach 24. BImSchV im Bestand durch die geplante Schallschutzmaßnahme nachweisbar zu erreichen.

Bisher wurden Eigentümer von etwa 2000 Wohnungen für Aufwendungen in beruhigten Schlaf- und Wohnräumen für Schallschutzmaßnahmen bezuschusst.

Wohnen am Ring: Förderrichtlinien

Planungsansätze und realisierte Wohnungsbauvorhaben

 

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