Unter Lokalisation versteht man das Finden eines von sich aus Schall abstrahlenden Objektes. Durch die sprektralen Veränderungen des eintreffenden Schalls in der Ohrmuschel, der HRTF (Head-Related Transfer Function) und durch Laufzeitunterschiede ist es uns möglich eine Schallquelle zu lokalisieren. Je nach dem aus, welcher Richtung Schall auf unser Ohr trifft, besitzt dieser eine andere spektrale Zusammensetzung. So ist es uns möglich zu unterscheiden, ob eine Schallquelle vor, hinter, links oder rechts von uns steht.

Die Laufzeitunterschiede einer Schallwelle von einem Ohr zum anderen spielen ebenfalls eine Rolle. Auch werden Amplitudenunterschiede des Signals vom Ohr ausgewertet. Diese nehmen bei hohen Frequenzen zu, da Beugungseffekte an Kopf und Oberkörper stärker ausfallen. Durch die Auswertung der Amplitudenunterschiede ist es möglich, das Anheben einer Schallquelle wahrzunehmen, da Laufzeitunterschiede direkt vor oder hinter dem Rezipienten nicht zum Tragen kommen.

Bei tieferen Frequenzen werden die Amplitudenunterschiede aufgrund der großen Wellenlänge zu gering, um vom Ohr noch wahrgenommen zu werden, was dazu führt, dass Schallquellen mit Frequenzen unter 70 Hz nicht mehr zuverlässig lokalisiert werden können.

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